Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Joerg Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Stromzaehler Date: Mon, 23 Nov 2015 15:35:47 -0800 Lines: 120 Message-ID: References: <20151121224130.71f3be0c@Achmuehle.WOR> <20151122225355.5474ea19@Achmuehle.WOR> <20151123223326.4a8478ba@Achmuehle.WOR> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net gHkwMQoxqJzoHny09W9Bog3SlJi88zBxygUdyxh5R/vjTYc0wp Cancel-Lock: sha1:qXMzRkT0LByj8KpLlpxzDjFNB6k= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; en-US; rv:1.8.1.6) Gecko/20070728 Thunderbird/2.0.0.6 Mnenhy/0.7.6.666 In-Reply-To: <20151123223326.4a8478ba@Achmuehle.WOR> Xref: csiph.com de.sci.electronics:196836 On 2015-11-23 13:33, Sieghard Schicktanz wrote: > Hallo Joerg, > > Du schriebst am Mon, 23 Nov 2015 09:06:19 -0800: > > [Spitzenlastabgabe] >> Es soll ein ein zusaetzlicher Rechnungsposten eingefuehrt werden, der >> sich danach berechnet, bei wieviel kW die hoechste gezogene Spitzenlast >> eines Haushalts in einem Abrechnungszeitraum (hier ein Monat) lag. > > D.h. effektiv eine Vergütung für die Bereitstellung der > "Transportkapazität" für den Strom, wie das hier bei Großverbrauchern > üblich ist. Naja, ob das für Einzelhaushalte sinnvoll ist... > Ja. Wobei die E-Werke bisher im Gegenzug Strom fuer lau oder fuer 4c/kWh im Peak von Solarbesitzern eingesackt haben, fuer den sie auf dem Spotmarkt ein Vielfaches bezahlen muessen. Den bekaemen sie danach nicht mehr. > [Spitzenlastbegrenzung] >> Eben nicht. Bisher subventionieren die Solaranlagen den nichtsolren Rest > > Daß die den "subventionieren" denke ich eher weniger, sie helfen halt mit, > die Lastspitze zu tragen, indem sie einen Teil der Last wegnehmen > (Eigenverbrauch) oder sogar mitversorgen (Überschußeinspeisung). > Das Mitversorgen ist es und das wuerde natuerlich aufhoeren. Worauf dann reihenweise Kraftwerke gebaut werden muessten. >> des Netzes, nach Einfuehrung der Demand Charge hingegen nicht mehr. >> Netto wird sich also netzweit eine hoehere Spitzenlast ergeben. > > Nur, wenn die Solaranlagen derzeit einen relevanten Anteil der Lastspitze > liefern, der die (hoffentlich noch vorhandene) Kapazitätsreserve der > konventionellen Kraftwerke übersteigt. Das tun sie inzwischen. Ausserdem besteht die Reserve aus Peaker Plants, die umweltmaessig mehr als fragwuerdig sind. > ... Wenn das der Fall ist, dann könnte > ein Wegfall von Einspeisung wegen Eigennutzung das Netz schon > beeinträchtigen. (Was bei dem, was ich vom usanischen Stromnetz so > mitbekommen habe, bis zum kompletten Zusammenbruch gehen könnte...) > Ich fuerchte, diese Zusammenbrueche wird es bald wieder geben, falls Net Zero gekippt wird. Die hatte uns Ende der 90er ein Sozen-Governor durch aehnliche Fehlentscheidungen eingebrockt. >>> (Außerdem hielte ich es nicht grade für sehr vorteilhaft, das Haus dann, >>> wenn es drußen noch kühl genug ist, noch weiter zu kühlen und später, >>> wenn es wirklich zu warm wird, die Kühlung wegzunehmen - das verstärkt >>> doch die Temperaturschwankungen, und die sind, u.a., der Gesundheit der >>> Bewohner doch eher abträglich?) >>> >>>> Ist es jetzt klarer? >>> >>> Nicht so ganz vollständig... > > _Das_ ist mir allerdings immer noch nicht klar... > Sieh das Gebaeude mal als dicken Kondensator an, dann wird es klarer. Auch ist die Klimaanlage morgens weit effizienter, da die Temperaturdifferenz fuer den Waermetauscher aussen hoeher ist, an heissen Tagen locker bis 20C mehr. Es kuehlt viel schneller runter. Am besten bereits nachts, da schlaeft sich's dann auch angenehm. Wenn die Luftfeuchte nachts nicht auf mehr als 30% klettert, lassen wir den Verdunstungskuehler schonmal durchlaufen. Herrlich. Guenstig ist es, thermische Massen zu haben, was nicht in allen amerikanischen Haeusern der Fall ist. In unserem schon. Wir haben grosse gemauerte Kamine, Lavasteinwaende und im ganzen Haus schwimmende Betondecken. Dann habe ich noch ein Drittel des Hauses gefliesst, was einiges ausmachte. > ... >> Trick ist makro, nicht mikro. Also landesweit betrachten, nicht fuer >> einen einzelnen Haushalt. > > Schon, das sollte die Betrachtungsweise der Vorschriftenerlasser sein, und > möglichst auch die der Versorgungsunternehmen, weil die ja auch "die > Fläche" bedienen sollen. Der einzelne Anlagenbesitzer wird das aber nicht > in seine Überlegungen einbeziehen, sofern er ein typischer usanischer Bürger > ist. ... Das tut auch der teutonische nicht, wie Leute in diesem Thread glasklar zu Ausdruck brachten. Und es ist ja auch verstaendlich. Niemand laesst sich fuer umweltgerechtes Verhalten abstrafen. > ... Aber Du hast natürlich schon recht, daß für die Stabilität der > Versorgung das Zusammenwirken von reinen Verbrauchern und Solaranlagen > relevant ist, aber auch die vorhandene Kraftwerksausstattung muß da > einbezogen werden, und sogar zukünftig erwartete Generatorleistungen (wie > z.B. die Groß-Solaranlagen in der Wüste) sollten berücksichtigt werden. > Und hier koennte man wunderbar ansetzen. Zum Beispiel so: Man schafft Net Zero meinetwegen ab. Dann aber wird ein marktgefuehrter Einspeisetarif eingefuehrt. Off-Peak die ueblichen 4c/kh und nachmittags, wenn auf dem Spotmarkt >30c schon im Einkauf gezahlt werden aber bitte auch 20-25c. Dann wuerde der Solarbesitzer an solchen Tagen weiterhin morgens vorkuehlen, weil er den Strom fuer 15c beziehen kann und nachmittags mehr als 15c pro kWh bekommt. Angebot und Nachfrage, guter alter Kapitalismu, sonst laeuft nix. -- Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/