Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hanno Foest Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Fehlersuche Notebook-LCD Date: Tue, 10 Nov 2015 17:20:05 +0100 Lines: 32 Message-ID: References: <2e7c9831-1fd0-47c7-bad5-164424589e88@googlegroups.com> <1mdgwtn.2bonqk6gpcscN%R.Kiefer.SPAEM@gmx.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=windows-1252; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net yoN7NMVde9z0FZzSH8pN4wI/spZCjiyCYG3LXxXdfp7+2f1Z4w Cancel-Lock: sha1:xc6k6Wmbs3byOFk7QTxqwwZdKZM= User-Agent: Mozilla/5.0 (X11; Linux x86_64; rv:31.0) Gecko/20100101 Thunderbird/31.8.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:195695 Am 10.11.2015 16:32 schrieb Marte Schwarz: > Eine andere kreative Version, die ich aber nicht ausprobiert habe, nur > gelesen: Ein Teelicht kurz vor seinem Nutzungsende auf den IC gestellt. > Das flüssige "Wachs" ist wohl heiss genug, um die Lötverbindungen unterm > Chip aufzuschmelzen, aber noch kühl genug, um das Silizium nicht zu > grillen. Nee, das paßt nicht. So ein Teelicht hat vielleicht 100 Grad außen, maximal 150 Grad. Das reicht nicht fürs Lot, schon gar nicht oben draufgestellt. Und Temperaturen, bei denen handelsübliches Lot schmilzt, sind immer auch ungesund fürs Silizium. Was aber nicht heißt, daß es gleich kaputt ist. Das Problem ist nur, daß ab einer bestimmten Temperatur (so 150 Grad) die eindiffundierte Dotierung, also die Halbleiterstrukturen, nicht mehr an Ort und Stelle bleiben, also weiterdiffundieren. Wie lange das gut geht, hängt von den Reserven ab, die der jeweilige Prozeß der Chipherstellung hat, bzw. der individuelle Chip selber. Zurück zum Teelicht: Der Trick war AFAIR, gleichzeitig auf der halbkaputten GPU etwas grafikintensives laufen zu lassen. Wird der Chip (statt wie üblich gekühlt) mit dem Teelicht beheizt, reicht das u.U. aus, das Lot aufzuschmelzen. Problematisch ist dabei, daß der Chip wegen seiner "Innenheizung" und Wärmeabfuhr durchs PCB dabei *noch* heißer wird (Wärmewiderstand!), als wenn man nur möglichst kurzzeitig von außen mit der Heißluftpistole dabeigeht. Die anliegende Betriebsspannung dürfte in dieser Überlastungssituation ebenfalls potentiell ungesund sein. Insofern halte ich die Teelicht-Methode nicht für empfehlenswert. Hanno