Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hans-Peter Diettrich Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Nuvistor/Minitriode 6CW4 im Vergleich zur Triode EC81 in Kathode-Gitter-Schaltung Date: Mon, 05 Oct 2015 18:04:12 +0200 Lines: 68 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net ZdheQNsvk//xgSr1e2qDLQvCR7Nc+mdxEsTu0nwNDJF2uc5rsA Cancel-Lock: sha1:RMR6qunx8yiCYPI6GsDldTrsGOg= User-Agent: Thunderbird 2.0.0.21 (Windows/20090302) In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:193277 Izur Kockenhan schrieb: > Am 05.10.2015 um 16:32 schrieb horst-d.winzler: >> Vergiß den Link. Stellenweise schrammt das dort behauptete stark an >> unverstanden Ursachen des Autors vorbei. >> Beispiel: Im Artikel wird behaupte: "Ursachen des Steuergitterstromes >> >> Bei Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen Kathode und Anode >> (Anodenspannung) an eine Elektronenröhre bildet sich ein >> Elektronenstrom, der durch die elektrische Spannung des Steuergitters >> beeinflusst werden kann. Die Größe des Gitterstromes ist im Wesentlichen >> eine Funktion der Anodenspannung und der Gitterspannung, bezogen auf das >> Kathodenpotential. Ich war immer der Meinung, daß sich das Gitter negativ aufläd, wenn dort Elektronen landen und nicht weiter zur Anode abfließen können. Ein Gitterstrom kann dann nur fließen, wenn man das Gitter mit einem anderen Teil der Schaltung verbindet. Der Anteil der Elektronen, die auf dem Gitter landen, hängt wesentlich von der Geometrie des Gitters ab (Maschenweite, Stegbreite). Die negative Aufladung des Gitters verringert nicht nur die virtuelle Maschenweite (erwünscht), sondern hält auch weitere Elektronen vom Landen auf dem Gitter ab, so daß sich irgendwann eine konstante Gitterspannung einstellt. >> Elektronen emittieren soll nur(!) die Katode. Kommt es zu einer Gitter_1 >> Emission ist die Röhre auszusondern! Wenn das Gitter zur Kaltkathode wird, dann ist wirklich etwas faul. Aber wie hoch müßte dafür die Gitterspannung werden? Und wenn sich irgendwann ein Gleichgewicht zwischen auftreffenden und abgegebenen Elektronen einstellt, dann verschiebt das doch allenfalls das Geschwindigkeitsprofil der Elektronen am Gitter ein wenig, wenn überhaupt. Es können ja nur so *schnelle* (energiereiche) Elektronen auf dem Gitter landen, die vom Gitter nicht ausreichend abgestoßen werden und damit nicht durch die Maschen schlüpfen können. Die vom Gitter emittierten Elektronen würden dann diese "verloren gegangenen" energiereichen Elektronen ersetzen, abzüglich der beim Aufprall auf das Gitter verlorenen Energie. > Ja, o.k.. Aber auch eine intakte, neue Röhre hat einen sehr kleinen > Gitterstrom. Ich behaupte ja nur, dass dieser kleiner wird wenn ich den > Gitterwiderstand erhöhe. Klar, wenn man Strom vom Gitter nach außen abfließen läßt, dann beeinflußt dieser Ableitwiderstand die Stromstärke. Ohne Ableitwiderstand stellt sich irgendwo ein Gleichgewicht der negativen Gitterspannung (durch aufgesammelte Elektronen) gegenüber der Kathode ein, was einerseits erwünscht ist, da die Gitterspannung im Normalbetrieb negativ gegenüber der Kathode sein muß, andererseits aber dazu führen kann, daß die Röhre nicht im erwünschten Betriebspunkt arbeitet. Zudem dürfte die Gleichgewichtsspannung noch von Exemplarstreuungen abhängen, was ebenfalls unerwünscht ist. Ist diese negative Gleichgewichtsspannung zu hoch, kann man sie durch die Wahl des Gitterwiderstands (gegen -) auf den gewünschten Wert bringen, soweit ihn keine weitern Einflüsse (Temperatur...) über der Zeit oder Ansteuerung abdriften lassen. Eine bessere Kontrolle des Arbeitspunkts ergibt sich über einen Kathodenwiderstand, an dem die gewünschte Gittervorspannung abfällt - direkt abhängig vom gewünschten Anodenstrom. Dann könnte man das Gitter auf die negative Versorgungsspannung legen (Gitterbasisschaltung?), oder eben einen Gitterableitwiderstand hinzufügen, der einerseits eine unkontrollierte Aufladung des Gitters verhindert, andererseits aber den Eingangswiderstand nicht zu stark reduziert. In der Praxis ist es dann meist besser, wenn man von einem festen Eingangswiderstand ausgehen kann, als von einem der entsprechend der Exemplarstreuungen eingestellt werden müßte. DoDi