Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hans-Peter Diettrich Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: [OT] Masse eines Mittelklasseautos fr?her und heute Date: Mon, 05 Oct 2015 00:24:11 +0200 Lines: 46 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net LttVQ+cUCiN7iazMCUwDLQvBm97dFIy9tnwJOJy4lRI97bHyjf Cancel-Lock: sha1:+dx1EKg/q4+EQjZLQH2VvNa9G7E= User-Agent: Thunderbird 2.0.0.21 (Windows/20090302) In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:193230 Ewald Pfau schrieb: > Seit den 1990er Jahren hat sich da ein gesellschaftliches Selbstverständnis > verschoben, weg vom Abenteuer, hin zur Konsumierbarkeit der Landschaft in > den rollenden Wohnzimmersesseln. Nun gibt es nurmehr ein paar Abstufungen > zum Komfort, aber innerhalb je so einer Stufe bauen die Hersteller ja alle > nurmehr in etwa dasselbe. Der Rest ist Prestige und Einbildung. Gut, es gibt > dann noch die Handschrift des Herstellers, was sich in Feinheiten in der > Handhabung und in der Qualität niederschlägt, aber das macht nicht mehr so > den großen Unterschied. Bei meiner ersten Begegnung mit einer Anti-Schlupf-Regelung war ich absolut beeindruckt. Da war die Straße vor meiner Haustür (steil, Kopfsteinpflaster), so glatt, daß ich mich zu Fuß nicht über die Straße getraut habe. Da kamen Bekannte mit ihrem neuen Daimler vorbei, und sind die Straße damit problemlos hochgekommen, zwar langsam, aber immer schön in der Spur. Da verstand ich, daß ASR und ABS langsam einsatzreif waren, nachdem ich darüber zuvor nur Schauergeschichten gehört hatte, wie der ungebremste Crash aufs Garagentor, bei der Einfahrt über die teilweise vereiste Rampe in die Kellergarage. Aber ob es heute noch so bahnbrechende Neuerung gibt, wage ich doch zu bezweifeln. Wer Einparkhilfen etc. braucht, weil er sich im Gelände nicht richtig orientieren kann, und Abstandswarner und Geschwindigkeitsbegrenzer gegen einen unausgewogene Adrenalin- und Hormonhaushalt braucht, der sollte besser gleich von der Straße fliegen - so oder so :-] Die gerade laufenden Versuche mit selbstfahrenden Lkw und Kolonnen, zeigen mir jedenfalls, was die Bahn da von ihren eingebauten Vorteilen haben könnte - wenn sie nur die letzte Meile wieder in den Griff kriegen würde. Gab's da nicht sogar mal einen Bahntransport "von Haus zu Haus"? Aber nein, inzwischen reisen sogar die Autos im "Autoreisezug" über die Straße, oder sind am falschen Bahnhof nur mit Taxi einmal quer durch die Innenstadt zu erreichen. Da beschleicht mich doch glatt der Verdacht, daß Spitzenmanager nichts anderes können als eine Fehlentscheidung nach der anderen treffen, weil sie von (ihren) Finanzen und Klüngeln mehr verstehen als von dem, was sie managen sollen. Wieso fällt immer noch niemand ein, wie man einen Manager-Job ohne so ein lästiges praktisches Anhängsel hinkonstruieren könnte? Dann könnte man die Manager-Gehälter in Sachleistungen (Aktien...) auszahlen, und sie durch die Beschäftigung mit Computersimulationen davon abhalten könnte, reale Schäden anzurichten. Aber dazu müßten sich dann Banken gegenseitig retten, und das würde unser derzeitiges Wirtschaftssystem nicht verkraften :-( DoDi