Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Eric Bruecklmeier Newsgroups: de.alt.folklore.computer Subject: =?UTF-8?Q?Re=3A_Lesenswerte_folkloristische_B=C3=BCcher?= Date: Mon, 17 Nov 2025 09:18:40 +0100 Organization: 5i7 Lines: 65 Message-ID: References: <10eiunr$1c1vv$2@dont-email.me> <10eo819$2ql4u$2@dont-email.me> <10fc78v$2jna$1@dont-email.me> Reply-To: u@5i7.de Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net GyKH6pBcMq6SVTLCcHnqUgudnTg6pXO0Y90s6HsCncCKqbJ8AW Cancel-Lock: sha1:QZVUwuStMHijUNtTQgaPSjhzoYs= sha256:DwhoVMQN7mRvMP/glDeeMI6BflohYIFc00qoSIMe8fQ= User-Agent: Mozilla Thunderbird Content-Language: de-DE In-Reply-To: <10fc78v$2jna$1@dont-email.me> Xref: csiph.com de.alt.folklore.computer:53184 Am 16.11.2025 um 10:58 schrieb Thomas Koenig: > Thomas Koenig schrieb: >> Eric Bruecklmeier schrieb: >>> Am 06.11.2025 um 20:59 schrieb Thomas Koenig: >>>> Auf Vorschlag aus einem anderen Thread herausgeholt. >>>> >>>> Meine Vorschläge: >>>> >>> >>> Meine: >>> >>> https://amzn.eu/d/fuushwP >>> >>> https://www.hugendubel.info/fachbuecher/kunst/design/detail/ISBN-9783897970274/Schein-Edgar-H./Aufstieg-und-Fall-von-Digital-Equipment-Corporation >> >> Der klingt sehr interessant. > > Mittlerweile gekauft (auf Englisch) und gelesen. Ein Buch eines > Betriebswirtschaftlers, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht. > > Es geht sehr viel auf die Persönlichkeit von Ken Olsen, dem > "Patriarchen" von DEC, ein, wie er die Firma formte, und wie seine > Management-Methode, seinen Leuten viel Freiraum zu lassen, sie > würden schon das Richtige tun, in einer kleinen Firma hervorragend > funktionierte und dann, als die Firma größer wurde, immer weniger. > Auch "buy-in" sehr wichtig, d.h. man musste die Unterstützung > von allen wichtigen Leuten haben. > > (Der Autor war Consultant beim "Oranization Committee" und hat > als Externer jede Menge Sitzungen mitgemacht). Er hat auch > die Rolle von DEC bei den zahlreichen Innovationen, die heute > selbstverständlch sind, hervorgehoben. > > Er beschäftigt sich sehr viel mit der Kultur, den "Genen" der > Firma (DEC habe kein "business gene" gehabt, aber dafür ein > "engineering gene"). Es steht noch viel mehr drin in dem Buch, > viel zu viel zum Zusammenfassen. > > Nur ein paar Kritikpunkte. > > Bezüglich der Innovation von DEC übertreibt er ein bisschen, so war > z.B. die Alpha _nicht_ der erste 64-bit Mikroprozessor, das war > der R4000 von MIPS. > > Der Einfluss von PDP-11 und VAX auf ISAs wie 8086 wird übertrieben. > Der 8008 war schließlich eine Re-Implementierung der Datapoint > 2200, und von dem leiteten sich die ganzen späteren x86-Prozessoren > ab. Und bezüglich der Architektur war die /360 nun mal ein Trendsetter, > hinter dem alles andere verblasste. > > Gordon Bell trägt in dem Buch einen Heiligenschein. Der hat > aber bei der Definition der VAX einen schweren Fehler begangen, > sich später gerächt hat - die VAX-ISA ist viel schwerer auf > superslakar und OOO umzusetzen als alles andere, was es so gibt. > Daher hat ein Befehl auf der VAX auch im Schnitt 10 Zyklen > gebraucht, und das war damals schon einfach zu viel. Ich hatte das Buch schon vor einiger Zeit gelesen und kann mich nicht mehr detailliert erinnern. Was hängen geblieben ist - ich fand es durchaus lesenswert. Was den Einfluß der DEC-Maschinen angeht: Ich hatte damals den Eindruck, daß die DEC-Jünger in ihrer eigenen Welt leben und gar nicht so sehr mitbekommen, was draußen noch so passiert. Das kann den Blick natürlich etwas trüben...