Path: csiph.com!news.mixmin.net!eternal-september.org!reader01.eternal-september.org!.POSTED!not-for-mail From: Carla Schneider Newsgroups: de.sci.physik Subject: Re: Ist die =?UTF-8?B?UmVsYXRpdml0w4PCpHQ=?= der Gleichzeitigkeit real oder nur eine =?UTF-8?B?VMODwqR1c2NodW5n?= Date: Tue, 19 Jul 2022 12:29:00 +0200 Organization: Gurken & Wasserstoff Lines: 104 Message-ID: <62D6876C.D59AF031@yahoo.com> References: <86bacb46-a9d8-4fa2-a732-dac6a2f4c5d7n@googlegroups.com> MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit Injection-Info: reader01.eternal-september.org; posting-host="08dabdcfeb0e350b0b44cbed1861245c"; logging-data="1095368"; mail-complaints-to="abuse@eternal-september.org"; posting-account="U2FsdGVkX1+ERMXuH3ZqoShJplDlvuK5wdF1g/N2KVk=" Cancel-Lock: sha1:RoRfkiCEiy3n5bxt1FylXxDbLdc= X-Accept-Language: en X-Mailer: Mozilla 4.8 [en] (X11; U; Linux 4.4.14 x86_64) Xref: csiph.com de.sci.physik:141316 Thomas Heger wrote: > > Am 17.07.2022 um 18:54 schrieb Jaosch: > > Thomas Heger schrieb am Sonntag, 17. Juli 2022 um 10:54:28 UTC: > >> Am 11.07.2022 um 00:16 schrieb Jaosch: > >>> Hier ein Gedankenexperiment zur Relativität der Gleichzeitigkeit (RdG): > >>> > >>> In der Schwerelosigkeit fernab von großen Massen: > >>> > >>> In einem lichdicht geschlossenem Kasten sind zwei Blitzlampen im Abstand L>0 montiert. Aussen am Kasten befindet sich ein Taster mit dem die beiden Blitzlampen im Kasten *gleichzeitig* gezündet werden ("gleichlange Zündleitungen" vom Taster zu den Blitzlampen). > >>> > >>> Im Kasten, irgendwo auf einer gedachten Mittelsenkrechten zwischen den beiden Blitzlampen, befindet sich ein Photosensor mit nachgeschalteter Elektonik. Übersteigt die Intensität eines am Photosensor registrierten Lichtblitzes einen bestimmten Wert, dann zündet die Elektonik eine weitere Blitzlampe, welche *aussen* am Kasten befestigt ist. > >>> > >>> Damit die aussen am Kasten befestigte Blitzlampe zündet, *müssen* die Lichtbltze der beiden Blitzlampen im Kasten *gleichzeitig* beim Photosensor eintreffen (quasi als ein Lichtblitz ausreichender Intensität). > >> Licht benötigt Zeit um den Weg von A nach B zurückzulegen. > >> > >> Wenn man den Weg A->B mit Lichtlaufzeit bemist und z.B. eine > >> Lichtsekunde als Längeneinheit definiert, dann kann man Gleichzeitigkeit > >> so definieren, dass Ereignisse in gleicher Entfernung dann gleichzeitig > >> sind, wenn ein Signal von dort die gleiche Zeit durch den leeren Raum > >> benötigt und die Signale gleichzeitig eintreffen. > >> > >> Wenn die Entfernung nicht gleich ist, also etwa 1 Ls von O zu A und 2 Ls > >> von O zu B, dann muss man nach dem Eintreffen vom Signal von A bei O > >> noch eine Sekunde warten auf das Signal von B, obwohl die beide > >> gleichzeitig losgeschickt wurden. > >> > >> Das bedeutet praktisch, dass man die Signallaufzeit komplett > >> herausrechnen muß bei der Betrachtung der Gleichzeitigkeit. Hier muß man > >> also die eine Sekunde für den weiteren Weg von 1 Ls mehr herausrechnen, > >> bevor man die Frage der Gleichzeitigkeit beantworten kann. > >> > > > > Bis hierher ist imo alles korrekt > > > >> Dazu kann man Licht aber nicht benutzen, da Licht eben eine endliche > >> Geschwindigkeit hat. > >> > > > > Aber die LG ist in allen Systemen in alle Richtungen gleich, daher *muss* man Licht verwenden. > > > >> Aber man kann ein hypothetisches Signal benutzen, dass sich unendlich > >> schnell verbreitet und die tatsächlich benutzte Signallaufzeit des > >> Lichtes abziehen, um auf dieses Verhalten zu kommen. > > > > Das muss man nur, wenn man die Relativität der Gleichzeitigkeit einfach nicht akzeptieren will. Das hat dann aber nichts mehr mit Physik zu tun. > > Man sollte es, wenn man ein unendlichens schnelles Signal entdeckt hat, vorher nicht. > > Ich hatte überhaupt nicht vor, ein unendlich schnelles Signal zu > postulieren, sondern die Zeitgleichheit von entfernten Uhren darüber zu > definieren. Das ist die Newtons Zeitdefinition, d.h. die Zeit vergeht ueberall gleich. Allerdings war Newton bereits davon ueberzeugt dass das Licht (Teilchen) nicht unendlich schnell ist. Das Problem dabei ist dass es dann keine Relativitaet der Gleichzeitigkeit gibt, also dass die Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse auch fuer 2 zueinander bewegte Beobachter gegeben ist. Das kann aber nicht sein wenn fuer beide Beobachter die Lichtgeschwindigkeit gleich gross und nicht unendlich ist. Also Beobachter 1 beobachtet 2 Ereigneisse die gleich weit von ihm entfernt sind, und sieht sie gleichzeitig wenn die Ereignisse tatsaechlich gleichzeitig sind. Beobachter 2 befindet sich zufaellig am gleichen Ort wie Beobachter 1, bewegt sich aber. Auch er sieht die beiden Ereignisse gleichzeitig weil er sich ja am gleichen Ort befindet. Weil er sich aber auf der Verbindungslinie der Orte der beiden Ereignisse bewegt wuerde er zu dem Schluss kommen dass die Lichtgeschwindigkeit richtungsabhaenig sein muss oder eben den beiden Ereignisse nicht gleichzeitig stattgefunden haben koennen. Eine Richtungsabhaenige Lichtgeschwindkeit konnte man aber auf der Erde nicht feststellen obwohl sie sich auf ihrer Kreisbahn um die Sonne dauernd in eine andere Richtung bewegt, und man genau genug gemessen hat. > > Entfernte Uhren sind danach dann synchron, wenn ein Zeitsignal, welches > mit Hilfe von so einem unendlich schnellen Signal übertragen würde (wenn > es das denn gäbe), die gleiche Zeit enthält wie die, welche die > entfernte Uhr anzeigt. > > Das ist also eine _Definition_ und ich versuche nun zu zeigen, dass > diese Definition sinnvoll ist, weil sie zu dem oben geschilderten > Resultat führt, das dir so gut gefallen hat. > > Man nimmt danach an, dass eine lokale Uhr hier ein Signal losschickt, > welches kodiert die lokale Zeit enthält. Dieses komme verzögerungsfrei > irgendwo entfernt an (sagen wir mal in der Nähe von Alpha Centaury) und > enthält unser Datum nebst Uhrzeit. > > Allerdings kommt das Signal nicht gleich an, sondern in gut drei Jahren. > > Die Signallaufzeit muß man an der entfernten Uhr dann wieder > herausrechnen, indem man zu unserer Signalzeit die Signallaufzeit > hinzuzählt. > > Die Signallaufzeit müßte man also unabhängig messen, damit man dann den > Wert für die Korrektur hätte (durch 'pingen' der entfernten Station und > halbieren der gesamten Signallaufzeit). > > So machte Einstein das aber nicht, sondern nimmt die unkorrigierte Zeit > als Zeit der entfernten Uhr. Schickt er nicht das Signal zu zwei Uhren mit gleichem Abstand zur urspruenglichen Uhr ?