Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Jan Bruns Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Der =?iso-8859-1?Q?W=E4rmepumpen-Wahnsinn?= Date: 8 May 2023 19:16:06 GMT Lines: 104 Message-ID: References: <64rhij-707.ln1@nntp.haselbeck-net.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net UyHDLMHGX2v1pO0NKjBQxgBojzPYDrE9eqyPNBWhuJd+OJq5yk Cancel-Lock: sha1:BM2zLU1+rSuTiG+vuZZOYJNHpro= User-Agent: Pan/0.145 (Duplicitous mercenary valetism; d7e168a git.gnome.org/pan2) Xref: csiph.com de.sci.electronics:336017 Am Mon, 08 May 2023 17:50:27 +0200 schrieb Christoph Müller: > Am 07.05.2023 um 17:31 schrieb Jan Bruns: >> Das ändert aber nix daran, daß der Verbrennungsmotor nunnmal >> grottenschlechte Wirkungsgrade hat, und die ganze unnötige EE >> aufzubauen eben alles andere als umweltfreundlich ist. > Wie groß ist der Wirkungsgrad, wenn die Inputenergie komplett genutzt > wird? Also nicht nur der Strom, sondern auch die Wärme? Wird ja nicht. >> Zufällig ist es aber so, daß eben nicht nur die Wahl zwischen BEV und >> eFuel-Verbrenner besteht. > eFuel-Verbrenner sollten STATIONÄR dort betrieben werden, wo auch die > anfallende Abwärme noch Nutzen bringt. Heiße Öfen auf der Straße sind > höchstens was für noch nicht ganz ausgegorene Angeber. Oder weil sie > halt historisches Gerät fahren. "District heating". Aber nur wenn der Strom auch benötigt wird. >> Mit 250 GW (th.) bundesweitem Gesamt-Wärmebedarf in den kältesten >> Wochen ergeben sich mit Wärmepumpenzwang für alle maximal 125GW (el). > Das werden sehr deutlich mehr sein, weil die Arbeitszahl der WPs mit > sinkenden Temperaturen immer mehr in Richtung 1 geht. Dann kann man auch > gleich mit elektrischer Widerstandheizung heizen. Jaja, manche WP haben bei "Normaussentemperatur" (die am Aufstellort im Winter regelmässig auftauchende Mindesttemperatur, -7°C an der Küste bis -20°C Zugspitze, meist jedoch um -10°C) schon eher knapp einen COP2. Allerdings werden auch anderen WP-Typen verbaut, deren COP bei Minusgraden überhaupt nicht von der Aussenlufttemperatur abhängt (sondern bei ca. COP3 verharrt). https://www.waermepumpe.de/normen-technik/klimakarte/ Hier eine maxima Eingabe, um den benötigten Anteil x an COP3-WP für eine Wunsch-Reduktion y der Leistung abzulesen: x/cop_e + (1-x)/cop_l = y; solve(%,x)[1],cop_e=3,cop_l=1.5; plot2d(rhs(%),[y,0.333,0.66666]); Sieht dann so aus: https://jan.abnuto.de/politik/wp_cop3.png Aber klar, eine Spur zu optimistisch ist die Annahme 50%, zumal "Norm- Aussentemperatur" auch noch weit vom Extremwintereignis entfernt ist. Bei Tagestemperaturen von -20°C und weniger, grossflächig im Lande (m.E. durchaus ein Ereignis, auf das man bei solchen Rechnungen gefasst sein muss, wenn es bei den Rechnungen darum geht, was man an Gerätschaften benötigen kann) sähe es mit 100% Wärmepumpenwärme sowie gleichzeitig installiertem, hohem Luft-WP-Anteil (die sind dann alle bei COP1 meiner Sprechweise nach) natürlich übler aus. > Außerdem geht's nicht um die kältesten Wochen, sondern um die kältesten > TAGE! Um zu erfrieren, braucht man keine Wochen. Da reichen schon wenige > Stunden. Ich finde Woche ganz passend, um sicher aus dem Bereich von Kurzzeit- Speicherungen (gibt's ja sowohl beim Strom, wie auch bei Wärme) raus zu sein. > Ist das Stromnetz wegen der vielen WPs überlastet, kann es leicht > komplett zusammenbrechen. Ach. > Sehr wahrscheinlich sogar, weil man die nötige > Kraftwerkskapazität wegen der wenigen paar Tage im Jahr kaum > installieren wird. Du, Gaskraftwerk mit priorisiertem Optimierungskriterium "Leistung" (und von mir aus noch "kombinierter Brennstoffausnutzungsgrad") ist im Zweifel nicht wirklich derbe viel Investition. Merkste ja schon daran, daß Du da voll in den Startlöchern stehst, mit deinen Mini-BHKW, die halt nur nur das Problem haben, zum Heizen immer noch Brennstoff zu benötigen, wenn genug Wind ist. > Normale Heizkessel wird man aber für solche extremen > Tage auslegen. Neij. Da rechnet man soweit ich weiss normgerechet Normaussentemp. Gruss Jan Bruns