Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Jan Bruns Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Der =?iso-8859-1?Q?W=E4rmepumpen-Wahnsinn?= Date: 7 May 2023 15:31:03 GMT Lines: 126 Message-ID: References: <64rhij-707.ln1@nntp.haselbeck-net.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net idWKzIxpS9UORjWisMtb/g4hwkjveW+XjWOKQR813ardRFv5/8 Cancel-Lock: sha1:tB6MvDDg1is/XGpwfLIdgTci5UQ= User-Agent: Pan/0.145 (Duplicitous mercenary valetism; d7e168a git.gnome.org/pan2) Xref: csiph.com de.sci.electronics:335941 Am Sat, 06 May 2023 23:40:04 +0200 schrieb Rupert Haselbeck: > Jan Bruns schrieb: >> Äh, dieser Thread hat das subject "Der Wärmepumpen-Wahnsinn". Es wird >> aus keineswegs speziell beim Verkehr auf Verstromung gesetzt. Sondern >> überall. Undd zwar aus Effizienzgründen. > Aus Effizienzgründen, so so. Tja, wenn man bzgl. Klimaschutz natürlicher keinerlei Ambitionen hat, oder diesen allein per gesellschaftlich unerwünschter Radioaktivität zu verfolgen gedenkt, tut man sich da schwer mit, das einzusehen, logisch. >>>> Brennstoffzelle (nicht notwendigerweise H2) + E-Motor würde durchaus >>>> ähnliches Fahrgefühl und Rekuperation bieten. Die Abwärme würde zudem >>>> den doppelten Verbrauch von E-Autos im Winter vermeiden. Wenn man dem >>>> Fahrzeug dann noch ein Absorber-Kühlaggregat verpasst, hat man sogar >>>> die Klima im Sommer ohne Mehrverbrauch. >>> Ja, man kann es beliebig aufwändig gestalten. Wenn man die Nutzung >>> anderer Technologien verbietet, dann klappt das schon... >> Das passiert doch überhaupt nicht, das mit dem Verbieten. Nichtmal die >> grottigste aller Lösungen, nämlich, die Mühsam der Natur abgerungene >> erneuerbare Energie in sauteuren Apparaten in chemische Energieträger >> umzuwandeln, und letztere dann mit Nulleffizienz-Verbrennungsmotoren in >> Traktionsenergie zu wandeln, wollte die FDP verbieten, weil es die >> Freiheit zur Zerstörung brauche. > Ach, du willst überhaupt nicht ernst genommen werden? > Selbstverständlich ist einer der Wege zur Speicherung der Ausbeute der > bereits jetzt gnadenlos überdimensionierten PV-Anlagen und Windräder > auch die Erzeugung von eFuels. Chemische Speicher sind bei weitem > einfacher und kostengünstiger, vor allem aber auch umweltfreundlicher zu > haben als beispielsweise Li-Akkus, egal welcher Couleur, mit ihren > aberwitzigen Umweltzerstörungen (wenn auch in weit entfernt liegenden > Gegenden) Das ändert aber nix daran, daß der Verbrennungsmotor nunnmal grottenschlechte Wirkungsgrade hat, und die ganze unnötige EE aufzubauen eben alles andere als umweltfreundlich ist. Ich gebe ja gerne zu, daß man noch nicht genau weiss, wie darstellbar BEV in der breiten Masse ist. Bisher sieht's für mich eher so aus, als liefe es auf gutes Funktionieren hinaus, aber dass ist nur eine völlig subjektive Schätzung ohne irgendeinen Anspruch auf Realitätskonformität. Zufällig ist es aber so, daß eben nicht nur die Wahl zwischen BEV und eFuel-Verbrenner besteht. Die spannen ja den Rahmen der Möglichkeiten auf. Sollte sich herausstellen, daß Akkus wie Du meinst tatsächlich nicht viabel sind (wonach es aktuell nicht aussieht), bräuchte der Verkehr mehr H2 und Folgeprodukte. Aber doch bitte nicht in Verbrennern verheizen! >> Kommt dann ja noch ein wenig drauf an, ob man nach der Spitzenleistung >> oder nach Monatssummen fragt. 2x ist ein häufig genannter Zahlenwert. > Ja, ein ziemlich weltfremder allerdings. Die Leute werden nicht nach > Monatswerten fragen, wenn es darauf ankommt, ihre Wohnung während der > kalten drei Tage ohne Sonne und ohne Wind warm zu bekommen. Was kindisch. Mit 250 GW (th.) bundesweitem Gesamt-Wärmebedarf in den kältesten Wochen ergeben sich mit Wärmepumpenzwang für alle maximal 125GW (el). Zusammen mit 75GW normalem Strombedarf sind wir so bei 200 statt 75 GW (el)., also selbst unter diesen Extremannahmen weniger als 3x. Kann man doch machen. Dazu braucht's weder Sonne noch Wind. >> Scholz spricht von 10 GW H2. Um die allerdings wenigstens im Sommer mit >> Solarstrom zu versorgen, braucht es schon Speicher, da die Sonne nur >> tagsüber leuchtet. Kein grosses Problem. > > Aha, gut zu wissen... > >> Schon die (allerdings nicht ausreichend Zyklenfesten) Starterakkus der >> 40Mio. Autos mögen so ca. 30GWh Bleiakku sein. > > Weder die Starterakkus von Autos noch die Fahrakkus von Batterieautos > eignen sich als Saisonspeicher, auch nicht als lediglich Tagesspeicher, > weder von der Kapazität her noch aus der Betrachtung der Verfügbarkeit > für diesen Zweck Ja, was hat denn aber das Erreichen eines 24h-Tages für Elektrolyseure im Sommer mit Saisonspeichern zu tun, mal abesehen davon, daß man die Elektrolyseure zwecks Saisonspeicherung betreiben will? >> Tja, und wie sähe die Alternative aus? EE mal 4 (oder so) mitsamt >> Elektrolyseuren im Ausland installieren ist auch nicht eben >> kostengünstig, und eben im Ausland. > Die aktuell gewählte Alternative besteht aus LNG teils recht obskurer > Herkunft, aus einer großen Menge Kohlestrom aus inländischen und > ausländischen Kraftwerken und aus einer recht großen, die nächsten Jajre > weiter zunehmenden Menge Atomstrom aus (zu großen Teilen) Tschechien, > der Schweiz und Frankreich. > Niemand außer den doofen, aber ideologisch gestählten Deutschen ist > derart dämlich, in Zeiten des Energie-, speziell des Strommangels > bereits vorhandene Atomkraftwerke abzuschalten, während die Nachbarn > rundum neue bauen. Tja, hier baut man halt EE, und nicht mehr AKW. Bitte habe Verständnis dafür, daß ich die Für- und Wider von Atomkraft hier nicht diskutieren möchte, sondern die von unserer damaligen schwarz-gelben Regierung gefundene klare (quasi einstimmig im Bundestag) Absage an die Atomkraft so als Gegebenheit hinnehme. Was soll denn das, jetzt grossartig darüber zu philosophieren, wie toll die zwielichtige Technik von Vorgestern speziell das Klimaschutzproblem (das in dieser Form auch 2011 schon in aller Munde, also bei der Entscheidungsfindung ausreichend berücksichtigt war) adressiert hätte. Gruss Jan Bruns