Path: csiph.com!news.swapon.de!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Hanno Foest Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Duracell Date: Tue, 29 Nov 2022 11:19:51 +0100 Lines: 57 Message-ID: References: <75wfxcao9fib.dlg@news.bartheld.net> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net myvmUyUgLRLGMU3e6/k+iQv+7IW87xgBwaTcCgZC68VWZYv7vM Cancel-Lock: sha1:9J5owavQ0PlAySJda15KxlFVTXo= User-Agent: Mozilla/5.0 (X11; Linux x86_64; rv:102.0) Gecko/20100101 Thunderbird/102.4.0 Content-Language: de-DE In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:329606 Am 28.11.22 um 22:52 schrieb Marte Schwarz: >>>> So schnell geht das nicht und das KOH aus der Batterie muss runter >>>> sonst frisst dir das die Leiterbahnen. > > Das ist entweder schon vorher passiert oder passiert durch den Einsatz > von Essigessenz ziemlich flott. Mal abgesehen davon, daß man das Zeug verdünnt (Essig reicht zum Neutralisieren), kann ich das aus eigener Anschauung nicht bestätigen. >> Kaliumazetat ist gut wasserlöslich (2560 g/l bei 20 °C). > > Das behauptest Du mal so auf die Schnelle, dass das entstehe ... Was denn sonst? Der Elektrolyt in Alkali-Mangan und Ni-Cd ist KOH, siehe Wikipedia oder sonstwo. Säure+Lauge ergibt Salz+Wasser, elementare Anorganik. > Ich bezweifle mittlerweile, dass Kalilauge überhaupt etwas dem Kupfer > tut. IMHO ist es erst die Essigessenz, die dem Kupfer zusetzt. Und wann soll beim "vorher passiert" (siehe oben) dann die Leiterbahn abhanden gekommen sein, wenn die Kalilauge nix tut? > Kalilauge > löst allemal Kupferoxid, nicht aber das Kupfer. Deshalb ist es in der > Kupferverarbeitung beliebt zum Entfetten von Kupfer (und anderen Metallen). *seufz* Du hast da ein Gerät, das aus verschiedenen miteinander in Verbindung stehenden Metallen besteht, und kippst jetzt Elektrolyt drüber. Was passiert da jetzt wohl auf Dauer? Stichwort Lokalelementbildung. Oder direkt Elektrolyse durch die Batterie-Restspannung. Oder die Versorgungsspannung des Gerätes (im Fall einer Stützbatterie). >> Ich möchte die Kalilauge nicht nur verdünnen, sondern ganz weg haben, >> sonst finden sich in irgendwelchen Ritzen dann doch wieder Reste, die >> grünlich weiterkorrodieren. Alles schon gehabt. > > Mit Essigessenz sofort. Mit Kalilauge eher seltener. Zumal da ja auch > keine reine Kalilauge austreten dürfte. Kalilauge, die einen Zinknbecher > angenagt hatte, dürfte höchstens eine vergleichbare Reaktion, wie beim > berühmten "vergolden" bzw. "versilbern" von Kupfermünzen nach sich ziehen. Vielleicht schaust du dir das mit der Elektrochemie noch mal genauer an. Und den Aufbau einer Alkali-Mangan Batterie. Anders als bei einer Zink-Kohle Batterie gibt es da nämlich keinen Zinkbecher. Hanno -- The modern conservative is engaged in one of man's oldest exercises in moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification for selfishness. - John Kenneth Galbraith