Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Volker Staben Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: Warum ist die (private) Fotovoltaik am Ende? Date: Fri, 21 Jan 2022 18:26:39 +0100 Lines: 70 Message-ID: References: <1cc8tghibtlk7fmng3p1sjrfstftq4al5v@4ax.com> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net LJSt1TMEk3zMQediPgiZsQz34Dzo8z4quIUsNdecETUlf6sXsG/rloRi4= Cancel-Lock: sha1:2VUxrP++nLlp52ph3ePuAcl9B4c= User-Agent: Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10.15; rv:91.0) Gecko/20100101 Thunderbird/91.5.0 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.sci.electronics:316965 Am 21.01.22 um 10:46 schrieb Christoph Müller: >> Das ist separate die Baustelle "Spannungshaltung mit Blindleistung" - >> und die hat mit dem Ausgleich von Wirkleistungsbedarf und Einspeisung >> in erster Näherung wenig zu tun, wie eine kurze Überlegung zeigt: > > Ebenfalls eher unwichtig. Nein. Eine korrekte modellhafte Vorstellung von den physikalischen Grundzusammenhängen im Verbundnetz ist essentiell. Und ebenso das Verständnis zur weitestgehenden Entkopplung der Einflüsse von Wirk- und Blindleistungseinspeisung. Grundlagen eben. >> dann nützt es nichts, mit BLINDleistung irgendwelche Spannungen zu >> ändern und diesen Fehlbedarf aus einem benachbarten Bilanzgebiet >> decken zu wollen - dann "fehlt der Strom" nämlich dort und die >> Auswirkungen auf die Netzfrequenz sind i.W. unverändert. > > Wo Strom fehlt, steigt mit ASTROHS der Strompreis. Dein Strohhandel kann machen, was er will. Wenn irgendwo "Strom fehlt", dann sinkt überall die Netzfrequenz. Das einzige, was Dein Strohhandel bewirken könnte, ist eine überflüssige Störung des Netzbetriebs. Und da die f/P-Regelung bereits Bedarf und Einspeisung realiter zur Deckung bringt, bleibt eh für Deinen Strohhandel keine Nische übrig, in der sich irgendwie Geld verdienen ließe. > [...] Strom fehlt oder zu viel ist. Das hast > du stets an der Netzfrequenz fest gemacht. Es geht nicht darum, woran ich etwas festmache. Ich gebe lediglich den wissenschaftlichen Konsens wieder, dass ein unausgeglichener Saldo von Wirkleistungseinspeisung und Lasten direkte und unmittelbare Auswirkungen auf die Netzfrequenz hat. Das ist einfach eine korrekte Beschreibung des realen Verhaltens des Netzes. Es ist keine Meinung, die man nach Belieben teilen kann oder auch nicht - und wenn man sie nicht teilt, verhält sich die Realität eben anders. Man muss schon die Realität akzeptieren, die man vorfindet - nicht die, die man gern hätte. Irgendwie scheinst Du auch mit kausalen Beziehungen Deine Probleme zu haben? Ein Apfel fällt ja auch nicht deswegen gen Himmel vom Baum, weil man den wissenschaftlichen Konsens zu Gravitationskräften nicht teilt. Und die Erde wird nicht deswegen zur Scheibe, weil man sie für flach hält. >> Für die f/P-Regelung ist es in erster Näherung unwesentlich, WO es an >> eingespeister Wirkleistung fehlt. Die Frequenz ändert sich überall im >> Verbundnetz gleich. Irgendwo muss einfach die Einspeisung von >> Wirkleistung so angepasst werden, dass die Gesamteinspeisung wieder >> dem Gesamtbedarf im Verbund entspricht. Und genau das ist die Aufgabe >> der f/P-Regelung. > > GESAMTLEISTUNG im VERBUND! Ja, genau. Du solltest allmählich wissen, dass die Netzfrequenz im gesamten Verbundnetz gleich ist. Wenn Du es nicht glaubst, sieh es Dir auf der Seite https://www.swissgrid.ch/de/home/operation/grid-data/current-data.html#frequenz unter Wide Area Monitoring bei SwissGrid an. Oder bei den bekannten Seiten zur Netzfrequenzmessung - die auch gleichzeitig die gesamte solidarisch erbrachte Primärregelleistung zeigen. Und wenn IRGENDWO "Strom fehlt", dann ändert sich ÜBERALL die Netzfrequenz. Das sollte doch eigentlich nicht schwer zu verstehen sein. V.