Path: csiph.com!weretis.net!feeder7.news.weretis.net!news.unit0.net!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Ewald Pfau Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: E-Autos brennen. Date: 14 Feb 2020 18:02:32 GMT Lines: 57 Message-ID: References: <3djpue5h96r7mqh5m3a8dgufr70adq5unn@4ax.com> <03275f6b-3ea3-dd28-1578-5c4b5157add5@fritzs.eternal-september.org> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net b0RwrJt0W2ybhgGihfRtOgpb9OcPjEzRQ9aeKc98TQnnHL66FW Cancel-Lock: sha1:HBs+XwTp7or/gGlWk4+mbXPhjXQ= Xref: csiph.com de.sci.electronics:275527 horst-d.winzler : > Demokratien brauchen, damit sie funktionieren, Grenzen. Die > Regierungszeit einer Kanzlerin muß zwingend auf zwei Legislaturperioden > begrenzt sein. Die von Abgeordneten auf zB drei. Direktwahl müßte > selbstverständlich sein. Denn Art. 38 GG fordert eine unmittelbare Wahl > der Abgeordneten. Damit ist aber die grundlegende Crux nicht bewältigt, dass nach ein paar Jahrzehnten von "nur dem eigenen Gewissen verpflichtet!" nach und nach eine Verbeugung gegenüber dem je freundlichsten Geldgeber wird. Jedwede Allüren hinwiederum, statt einer nur repräsentativen Demokratie mit eben solch eingebauter Tendenz, quasi per Automatismus, eine partizipative Demokratie zu implantieren, wurde in hiesigen Breiten zuzeiten mit Bomben und Granaten nachhaltig ausgetrieben. Mit Verkürzung der Laufzeiten kommt man dem Muster aber nicht bei, vielmehr zeigt die Historie des sich glorreich dünkenden Westens, dass die Schwäche der Käuflichkeit gewollt ist. Die Partizipation zu bevorzugen vor der bloßen Repräsentanz, das machte zwar der Unterschied, Verantwortung nicht den freundlichen Hilfstruppen gebenüber, stattdessen gegenüber Räten, die Mandate auch verkürzen dürfen, aber diese in ebendiesen Breiten eingefleischte, Zwangsvorstellung, allzuviel reale Nähe zum Souverän sei auf Biegen und Brechen zu vermeiden, ufert auch noch dorthin weiter aus, dass tatsächlich existierende Räterepubliken blutig vernichtet wurden (siehe Libyen, das war eine Räterepublik, und jetzt ist es permanentes Chaos unter dem Titel von Demokratie nach dem Muster aus hiesigen Breiten), oder ihnen wird Stress auferlegt, wo immer es sich einrichten lässt (siehe Venezuela, das ist eine Räterepublik) - der gemeinsame Nenner auf alle Fälle, dass mit Dreck geworfen wird, Sanktionen und Kriegsführung nach außen, mediale Verkleisterung der einfachsten Tatsachen nach innen. Solcher Hass ist miteingebaut, damit, dass im Mechanismus der Repräsentanz der Wurm steckt, wie er zugleich bei institutionalisierter Partizipation behoben ist. Mit Verkürzung der Mandate kommt man dem nicht bei, vielmehr ist ein fürchterliches Herumwurschteln in eingebauter Unprofessionalität zu befürchten - zugleich wieder umso mehr ein Einfallstor zur Einflussnahme per monopolistischen Interessen. Mit garantierter Wirkung, noch besser als jetzt. Ein kognitives Dilemma, sozusagen. Es leuchtet zwar ein, dass auf längere Sicht der Mechanismus der Repräsentanz anfechtbar ist, so mal rein aus sich selbst heraus gesehen, umso mehr dies aber offensichtlich ist, muss dagegengeprügelt werden, dass diese als Einsicht nie und nummer zum Tragen kommen darf. Das ist so ein Schema mit frühkindlichem Narzismus, wir sind per Definition die Besten, und wehe, wenn das in Frage steht - für weitere Betrachtung setzt dann erstmal der Verstand aus. Die massenmediale Verblödung als um sich greifender Normalzustand hat dann natürlich für die Fortführung einer Vertuschung des Dilemmas noch ganz neue Spielwiesen im Programm. Dazu geht die Rede in diversen Kreisen, hallohallo, 1984 war als Roman gedacht, nicht als Bedienungsanleitung! Und dann auf die USofA zu verweisen, ist in dem Fall auch wenig stichhaltig - das System nährt sich dort nicht so sehr aus Beteiligung, als vielmehr aus der Kontinuität einer Schicht einflussreicher Familienclans, die von Beginn weg das System auf ihre Belange einschlägiger Kontrollmöglichkeit zugeschnitten hat, siehe etwa das irre Wahlmänner-Tralala. Nur kurz einmal das mit der Beschränkung auf zwei Amtsperioden abkupfern zu wollen, ist vordergründiges Wischiwaschi, wenn das Drumherum nicht ebenfalls eingehend Erwägung findet.