Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Ewald Pfau Newsgroups: de.sci.electronics Subject: Re: 4mA! Date: 2 Jun 2019 19:15:55 GMT Lines: 210 Message-ID: References: Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net iYW5CHqCwESE+kaZdD+3uQBnvMj1PihUPuyREZSbStoJ1l+ETQ Cancel-Lock: sha1:cX3hhqbcOLa2IE+MWb0I6tejKhA= Xref: csiph.com de.sci.electronics:257819 Rupert Haselbeck : > Wenn für eine gewisse Menge an Arbeitsstunden eine gewisse Menge an > Beschäftigten vorhanden ist, Hier flattert gerade ein älteres Zitat vorbei: https://11k2.wordpress.com/2019/05/30/warum-sozialismus-von-albert-einstein/ << Derselbe Einstein, der die Grundlagen der modernen Physik geschaffen hat, erklärt uns in der Erstausgabe des Monthly Review vom Mai 1949, also vor 70 Jahren, warum wir den Sozialismus brauchen: Weil es im Kapitalismus immer um Profit (Einzelner) geht und nicht um die Bedürfnisse der Menschen. >> mit Verweis auf: https://monthlyreview.org/2009/05/01/why-socialism Das mindeste, wie man seine Intelligenz zu diesem Themenkomplex einbringen kann, verlangt doch gewiss, dass man sich Leute und Motivationen anschaut. Also die vom Kapital, den Anteilseignern, die schauen nur von Quartal zu Quartal auf Ergebnisse und auf den Preis der Resourcen, die zur Ausbeutung anstehen. > Oder man verteilt die komplette Arbeit auf die jetzt geringere Anzahl von > Beschäftigten, indem man die Lebensarbeitszeit erhöht, z.B. durch > Weiterbeschäftigung von Ruheständlern. Also schließt sich die nächste Frage an, wenn schon beim handelnden Personal nicht allzu viel Verstand im Spiel sein wird, Menschen betreffend, nur solches, die Kapitalvermehrung betreffend: Welches sind die Resourcen, die ausgebeutet werden? U-S-Kapital hat das nun bis zum Exzess vorgemacht, und jetzt laufen sie dann, am Ende ihres Lateins, gegen die Wand, und fuchteln mit Sanktionen gegen den Rest der Welt herum, solange mit dem Dollar noch irgendwie ein Blumentopf zu gewinnen ist, per Unterstreichung damit, dass rund um die Welt ihr Militär platziert ist, sowie die ganze NATO, welche auch noch die ganze EU (per deren Verträge) zur Unterstützung auffordern kann. Das wird ja dann richtig schizophren lustig in EU-Europa, wenn (wie gerade begonnen) Sanktionskrieg gegen die alten Länder startet, und diese sollen zugleich je auf Befehl aus dem Hauptquartier im Pentagon hin strammstehen. Einen Exzess vorgemacht heißt, es wurde die Wirtschaft außer Landes verfrachtet, und bevor im Land jemand zu deutlich dagegen ist, kann er sehr leicht plötzlich erschossen sein oder zur irre Weltrekords-Übervölkerung der Gefängnisse dort anteilig beitragen. Die eigenen Leute gut auszubilden wäre zu teuer gewesen. Gut ausgebildet wird nur, wer entsprechend Kapital übrig hat oder Kredit bekommt und riskiert, dass er sich für den Rest des Lebens zu verschulden bereit ist. Schwuppdiwupp ist es kein staatliches Thema mehr, ob die Leute ausgebildet sind. Wenn aber nurmehr ein paar Millardäre herumlaufen und die Massensubstanz wegbricht, so hamma das nicht als bilanzierungsfähig im Horizont. Solche Probleme muss dann die Kirche erledigen. Oder die Märchen aus den Medien. Oder gleich das Militär. Mehr an staatstragendem Verstand in verantwortlichen Rollen kann man von dort nicht mehr erwarten. An Resourcen steht hingegen noch der unerschütterliche Glaube in vielen Teilen der Welt zur Verfügung, der sich anzapfen lässt, dass es zum guten Ton gehört, in Eliten und solchen die es werden wollen, beim Hegemon himself brav zu dienen, und den Nachwachsenden dort die Ausbildung zu bezahlen. Das heißt dann, auswärts wird für die Sozialisierung und die Ausbildung Sorge getragen (also für die Masse, die sich keine Elite-Ausbildung leisten kann), und dann werden die Leute abgegriffen, wozu sie in freiwilliger Unterwerfung gerne bereit sind, mitzumachen, weil sie dann per Definition ja etwas Besseres sind. (Andre Vltchek hat ein paar Länder beschrieben, wo das so gut funktioniert, dass einem bei soviel Duckmäusertum schon das Kotzen kommen kann, vor allem Indonesien und Malaysien - im ersteren Land ist seit dem rabiaten Verbot von allem was nach Kommunismus riecht, also seit Mitte der 1960er Jahre, keine Blüte im eigenen Land mehr entstanden, nichts dort, keine Wissenschaftler, keine Kunst, miserable Infrastruktur, und miserable Lebensbedingungen außer für eine Minderheit, die sich vor allem via Korruption einrichten kann ... ich schreib das dazu, weil dies die Buchstaben sind, mit denen sich Kapitalismus zuallererst buchstabiert; zugleich findet man bei dem Vielreisenden Vltchek auch die Beschreibung, dass der Versuch, solche Art stillschweigender Korruptheit als Basis aller Lebensbedingungen, als den Opiumanbau verteidigender Kriegsfürst solches auch in Afghanistan einzuführen ... mächtig gegen die Wand gelaufen ist, der Versuch der gezielten Installation eines Vasallen greift dort nicht, auch nicht nach 18 Jahren Krieg.) *** >> Leute aus der Rente holen funktioniert kurzfristig, aber nicht auf lange >> Sicht. Man darf da noch kurz in das historische Europa umschwenken, ins Deutschland, wo Bismarck langfristig die Interessen seiner Klientel am besten gesichert sah, wenn sozusagen der Mob leidlich abgesichert ist, entsprechend war die Gangart der SPD immer eher auf der pflegeleichten Seite, wie die Gewerkschaften, mit saftigem Nachdruck der Gewerken, versteht sich, nach und nach für ein Selbstverständnis von lebenswertem Leben gesorgt haben. Das haben die U.S.A. nicht. Lebenswertes Leben heißt, man wirft mit Geld und mit Macht um sich, und das war's dann. Wo Leute das eine sowie das andere kennen, und dies nicht nur durch die Brille von verwöhnten Fratzen, wissen sie von Verhältnissen dort wie in Feudalsystemen zu berichten, was die Rechte von Arbeitgebern in den U.S.A. anbelangt. Und dass dort 80-jährige nochmal auf Arbeitssuche gehen, hat etwas Systematisches für solche Art Verhältnisse. Das gehört so. So in etwa. Es kann betreffenden Ü70 im Rahmen solcher Verhältnisse dann leicht Genugtuung verschaffen, dass sie zur Abwechslung nun tatsächlich einmal am längeren Hebel sitzen, diktieren können, wie sie sich ihr Wirken vorstellen, als da sie dringend gebraucht werden. Im Sinn von Kapitalinteressen wird aber nur eine Resource nun effizient, d.h. bis zur bitteren Neige, ausgeschöpft. Und dass von Menschen die Rede ist, nicht von auszubeutenden Resourcen, wird hier wieder brav ausgeblendet. Aber dem Vernehmen nach hat man im Land dort nicht nur nicht mehr die Mittel, solide Breitenbildung zu betreiben, die den Namen auch verdient, was erst die Grundlage dafür wäre, weithin komfortabel gut ausgebildetes Personal in der Arbeitswelt antreffen zu können, die auch eine solche ist, und nicht nur Produktionsstandort mit ergebenen Untertanen für Waffen und Finanztitel, das zieht sich weiter dahin zur ganzen Infrastruktur im Land, die seit den 1970er Jahren nach und nach, und immer rapider sich abschleift und unbrauchtbar wird, soweit nicht irgendwie mit privaten Interessen gesponsert. In die Gegenrichtung wird ja auch gezerrt, dass einem schlecht werden kann, wenn man davon hört - nicht die Ausgebildeten sind dann die Resource, sondern die Tatsache, dass irgendwie ausgebildet werden soll, wird selbst zur Resource, die aber nun dazu da ist, um auszubeuten. Einer der Spezialisten hierfür sitzt in Deutschland, der Steuersparverein namens Bertelsmannstiftung, der eben in solcherart Zielrichtung rundum agil um Beratung und Einfluss buhlt, sonderlich die Schröder-Regierung wird ihre Dienste zu schätzen gewusst haben. Und hier sollte auch das Monster namens Bologna-Bildung grüßen. Von Menschen zu reden ist in solchem Blickwinkel ein Unding, es sind die Kandidaten eine Resource zur Ausbeutung an Mitteln, die sie selbst irgendwoher auftreiben, und die einzukassieren sind, solange die Leute Bildung wollen, und hernach, als Ausgebildete, Resource für die Verwertung. Ob das alles zusammen mehr oder weniger schnell an die Wand fährt, ist eigentlich uninteressant, solange mit den Quartalsberichten Stimmung gemacht werden kann. Platz für viel Schönfärberei allemal. Den Reim kann man da ansetzen, wo nurmehr Individuen zählen sollen, verletzlich geworden in ihrer perfektionierten Vereinzelung, was aber kein Thema sein darf, und zugleich Gesellschaft zum unerwünschten Begleiter wird, der nur allfälligen Wirtschaftsinteressen im Weg steht, nurmehr Staaten dann über den Individuen thronen, ihre Ausbeutbarkeit abzusichern, sowie die Claims auf geograhische Regionen, deren Schätze man sich unter den Nagel zu reißen gedenkt. Das war mal so eine Idee, nochmal im neuen Aufguss ab Anfang der 1990er, und derzeit fährt das gegen die Wand. Was hätte man sonst erwarten können, wenn der Verstand nicht weiter reicht als immer nur bis zur Gier der eigenen Interessen? (Ach ja, die versammelten NATO-Obergurus hatten dieses Wochenende Paniksession unter ihrem Titel Bilderberger, die werden ebendiese ihre Gier vielleicht nochmal, und nochmal, und ..., neu aufgießen wollen, empfehle des Schweizers Weltbürgers Peter Koenig, einst bei der Weltbank, Betrachtung hierzu https://www.globalresearch.ca/bilderbergers-switzerland/5678959 - nun, hoffentlich geht nicht die Welt dabei hops, wenn nochmal ein weiteres Mal eine unipolare Welt absolut unter der NATO-Fuchtel halluziniert wird, das ist es, was Koenig als nächstliegend hier ansieht - und diesmal haben sie sich auch die sozialen Medien als Resource vorgenommen - hoffen wir das beste, dass hier nicht plötzlich bezahlte Provokateure überhand nehmen, oder den Providern massiv das Wasser abgegraben wird, oder was es an Drecksspielen noch so alles gibt ...) *** >> Auf lange Sicht funktioniert nur die Ausbildung neuer Leute >> anzukurbeln. > > Wenn diese Möglichkeit besteht, dann wird man daran denken müssen, sofern > nicht etwa der Umgang der zu leistenden Arbeit ebenfalls mittel- oder > langfristig auf einem Niveau stagniert, welches durch das vorhandene > Personal (einschl. etwaiger Ruheständler) erbracht werden kann. Es geht um Menschen. Das zu unterschlagen ist ein böser Fehler, der sich immer rächen wird. Alleine im Sinne von Kapitalsrechnungen jonglieren zu wollen, kommt einem vor, wie ein Hase, der, von der Schlange hypnotisiert, unsinniges Zeug daherbrabbelt, die Machtverhältnisse verschleiernd. Und für die Konstellation Kapitalsrechnungen findet sich am ehesten eine Beschreibung bei er Historie des alten Rom, als deren Geldwirtschaft zur Luftnummer wurde, nurmehr notdürftig mit Militär zusammenzuhalten war, bis auch die Mittel zur Bezahlung von letzterem nicht mehr aufzutreiben waren. Da kann man nicht sagen, es muss aber doch, es muss aber doch ... man sollte besser hoffen, dass so ein rabiat per Gier und Blödheit eingefädelter Niedergang über die Bühne geht, ohne damit auf der Erde zugleich jedes Weiterleben zu verunmöglichen. Die Party spielt bereits woanders, sie spielt bereits, sie ist in vollem Gange, multipolar ist dort die Parole. Nun eben nicht unter dem Vorzeichen eines auf den Kopf gestellten real existierenden Sozialismus - wenn die Banken Mist bauen, dann springt garantiert der Staat ein.