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Groups > de.rec.tiere.misc > #852
| From | Andy Angerer <andreas@angerer-bodenlos.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.rec.tiere.misc, de.sci.biologie |
| Subject | [Gans_Neu] Eine Chance fuer die Waldsaatgans |
| Followup-To | de.sci.biologie |
| Date | 2020-10-15 15:54 +0200 |
| Organization | Bierschutzverein Evau |
| Message-ID | <hur2k8F8ldbU1@mid.individual.net> (permalink) |
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fup2 dsb [Gans_Neu] Eine Chance für die Waldsaatgans Gänse-Newsletter Nr. 243 vom 14. Oktober 2020 Liebe Vogelfreunde, obwohl sie zu den Arten gehört, für die Deutschland eine hohe Verantwortung trägt, werden viele von Euch womöglich noch nie etwas von der Waldsaatgans gehört haben. Das liegt daran, daß sie bis vor kurzem in der Saatgans aufgegangen ist, für die sie sogar die Nominatform ist (Anser fabalis fabalis). Im Schatten der Tundrasaatgans (früher Anser fabalis rossicus, neu Anser serrirostris), deren Bestände sich positiv entwickeln, rückte unbeachtet die Waldsaatgans an den Rand der Ausrottung. Inzwischen wissen wir, daß die Tundrasaatgans - genetisch, vom Habitus und in der Lebensweise - der Kurzschnabelgans* (Anser brachyrhynchus) sehr viel ähnlicher ist als der Waldsaatgans. Nach vielen Diskussionen gelang es vor kurzem, die ungleichen Saatgans-Schwestern in verschiedene Arten aufzuspalten. Nun haben wir die einmalige Chance, die wenig bekannte aber hoch bedrohte Waldsaatgans ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, denn ausnahmsweise ist die Öffentlichkeit gefragt, für 2021 den Vogel des Jahres vorzuschlagen. Hier habt Ihr die Möglichkeit, Eure Stimme für die Waldsaatgans (oder einen von über 300 anderen Vögeln) abzugeben: <https://vogeldesjahres.de/vorwahl/Waldsaatgans/Rette%20die%20Waldsaatgans> Bitte den Link verbreiten! Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, bitte auch dort verbreiten. Wegen der geringen Bekanntheit der Art räume ich der Waldsaatgans allerdings nur geringe Chancen ein. Versuchen müssen wir es unbedingt trotzdem, damit die Situation der Art bekannter wird. Wie ist die Situation. Wie der Name andeutet, brütet die Waldsaatgans in der Taigazone. Überwinterungsgebiet ist der westliche Ostseeraum, insbesondere Dänemark und Ostdeutschland. In letzterem Gebiet halbierte sich der Bestand alle 10 Jahre und sank bei der letzten, rein privat initiierten und ausgeführten Zählung 2015 auf wenige Tausend. Die Ursachen für den starken Rückgang sind nicht vollständig klar, doch ist Bejagung einer der Haupttreiber. Die Zugzeiten der Waldsaatgans fallen exakt in die europäische Hauptgänsejagdzeit. Zudem ist sie die größte ursprünglich europäische - und nach der Kanadagans die weltweit zweitgrößte - Gänseart, was sie als Jagdbeute besonders attraktiv macht. Nachdem diese Zusammenhänge klar wurden und die Vertragsstaaten des AEWA (African-Eurasian Waterbird Agreement = UN-Abkommen zum Schutz wandernder Wasservogelarten Eurasiens und Afrikas) 2016 einen Aktionsplan für die Waldsaatgans beschlossen hatten, stellte zumindest Finnland die Jagd auf Saatgänse erst einmal generell ein. Dies brachte tatsächlich schon eine spürbare Entlastung des Drucks auf die Art. Auch in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und anderen westlichen Bundesländern wurde die Jagd auf Saatgänse verboten. Allerdings müßte ein effektiver Schutz in Deutschland in den östlichen Bundesländern erfolgen. Im Herbst 2019 hat Brandenburg endlich die Jagd auf Saatgänse vorübergehend ausgesetzt; doch die letzten verbliebenen Waldsaatgänse überwintern vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Jagd auf Waldsaatgänse weiterhin erlaubt ist. Das muß sich ändern - und die Vogel des Jahres-Aktion ist die Gelegenheit! Eine Kurzvorstellung der Waldsaatgans findet Ihr hier (einige der Infos vermischen sich allerdings mit Tundrasaatgans, wie Größe und Zugzeit): <https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/waldsaatgans> Dr. Silke Sorge <www.gaensewelt.de>
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[Gans_Neu] Eine Chance fuer die Waldsaatgans Andy Angerer <andreas@angerer-bodenlos.de> - 2020-10-15 15:54 +0200
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