Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Ulrich Onken Newsgroups: de.alt.folklore.ddr,de.alt.hoerfunk Subject: Re: DT64, was Re: Palast der Republik, 31.01.1980 Date: Fri, 17 Apr 2020 17:30:15 +0200 Lines: 40 Message-ID: References: <87eesrqm9z.fsf@usenet.ankman.de> <87mu7ep4po.fsf@usenet.ankman.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-15; format=flowed Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net Pggo6T8AXqoSIyYH1kFdpQvX9aItm/UaeI3hYBdeOvEBaTuzgO Cancel-Lock: sha1:FMWDKFYh/no1NR71KZhmfDDZJDA= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64; rv:76.0) Gecko/20100101 Thunderbird/76.0 In-Reply-To: Content-Language: de-CH Xref: csiph.com de.alt.folklore.ddr:73291 de.alt.hoerfunk:1709 Am 17.04.2020 um 10:39 schrieb Wolf gang P u f f e: > Am 16.04.2020 um 16:54 schrieb wolfgang sch: > >> hab mal auf den Nordfriesischen Inseln (Schleswig-Holstein) britische >> UKW-Sender reinbekommen. Leider nicht reproduzierbar, müssen wohl >> günstige Bedingungen gewesen sein. >> > > Ich hatte in den 80ern hier RAI (Radio Italien) auf UKW, sowie auch den > Südfunk Stuttgart schon gehört. > Als im Radio dieses Überreichweitenphenomen auftauchte, kurbelte ich > auch am TV-Gerät die Bänder durch und sah plötzlich einen Sender aus > Spanien. Da sind allerdings zwei unterschiedliche Ausbreitungsmechanismen für die Überreichweiten verantwortlich: Über der Nordsee gibt besonders im Sommer und Herbst Inversionsschichten (kalte Luftschicht am Boden bzw. über dem Meer), die die Funkwellen wenige hundert km weit leiten können. Das Phänomen solcher "Ducts" lässt sich als über die Luftschichten in der Troposphäre erklären, nur einige Hundert Meter Höhe. Solche Ducts gibt es bei ruhiger Hochdruckwetterlage teils tagelang, auch über der norddeutschen Tiefebene oder am Oberrhein und am besten in den frühen Morgenstunden. Der Empfang italienischer oder spanischer Sender nördlich der Alpen gelingt eigentlich nur im Sommer tagsüber und abends wegen sporadischer E-Schichten in der Ionosphäre, um 100 km über dem Boden. Die hohe Sonneneinstrahlung ist dafür verantwortlich. Dieses Phänomen tritt viel unregelmässiger auf und reicht nur bis zu Frequenzen hinauf bis etwa 150 MHz. Das betrifft auch das UKW-Rundfunkband, aber seit der Umstellung des Fernsehens auf DVB-T nicht mehr TV-Signale, weil man die tiefen Frequenzbänder verlassen hat. Die Reichweiten von Sporadik-E liegen zwischen etwa 1000 und 2000 km, also viel mehr als bei den Ducts. Weitere Details: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberreichweite Viele Grüsse Uli