Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Stefan Reuther Newsgroups: de.alt.folklore.computer Subject: Re: unix5 auf PiDP11 Date: Mon, 16 Mar 2020 16:43:32 +0100 Lines: 39 Message-ID: References: <8l7cjg-rqt.ln1@criseis.ruhr.de> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-15 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net dxCoKnR3LAManKQz3+m5KAF9aW2uqcWu8E8oAB0J7nPrIhznYS Cancel-Lock: sha1:jktKy+A+5hTwR1TPPyIbWN8r614= User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:60.0) Gecko/20100101 Thunderbird/60.9.1 Hamster/2.1.0.1538 In-Reply-To: Xref: csiph.com de.alt.folklore.computer:27578 Am 16.03.2020 um 10:04 schrieb Gerrit Heitsch: > On 3/16/20 9:45 AM, Stefan Reuther wrote: >> Und am Ende ist es eine Frage von Effizienz. Wenn in dem oben >> skizzierten Stack das Skript 10% der Zeit ausmacht und ich durch Einsatz >> von 300 Entwicklerstunden das Skript doppelt so schnell mache, hab ich >> 5% Performance gewonnen. Da werf ich doch lieber Hardware drauf, ist >> billiger. > > Und wegen dieser Denke haben wir heute Rechner die in 3D-Spielen Full-HD > in mehr als 60 Hz rendern können sich aber im Webbrowser und anderen > Programmen langsam anfühlen. > > Hier ein bisschen weniger Effizienz, dort ein bischen Arbeit gespart > weil Hardware ist billig... mit der Zeit kommt da einiges zusammen. Wie immer: die Dosis macht das Gift. Es gibt genug Seiten, die JavaScript verwenden, obwohl es auch ohne ginge. Das Endlos-Scrolling ist in der Tat so eine Seuche. Besonders fein, wenn man ans Ende scrollt, um dort den Impressum/Terms-of-Use/whatever-Link zu finden, den man dann für den Bruchteil einer Sekunde sieht, bevor er durch den eingefügten Inhalt ersetzt wird. Ansonsten sind Webbrowser heute ganz erstaunliche Software, gerade was die Performance und den Speicherverbrauch angeht. Ich hatte vor Urzeiten z.B. mal aus Register-Manuals für komplexe SoCs HTML generiert: schön zum klicken, dass man z.B. in der Übersicht per Klick auf "UART3" die entsprechende Einheit aufklappen konnte, dort dann die entsprechenden Register, und darin die einzelnen Bits; natürlich mit Stylesheet und Skript interaktiv und querverlinkt. Das waren HTML-Dateien von so ca. 50-100 MB Größe, und die üblichen Browser haben das mit 500 MB RAM-Verbrauch anzeigen können. Dafür, dass das zehntausende DOM-Knoten jeder mit Attributen im dreistelligen Bereich sind, ist das ziemlich wenig. Ansonsten hilft es, als Target für die Webentwicklung ältere Browser zu nehmen. Dann kommt auch was effizientes bei rum. Leider ist das offenbar bei denen, die das professionell machen, kein verbreiteter Ansatz. Stefan