Path: csiph.com!fu-berlin.de!uni-berlin.de!individual.net!not-for-mail From: Arno Welzel Newsgroups: de.alt.folklore.computer Subject: =?UTF-8?Q?Re=3A_Atari_2600_schl=C3=A4gt_ChatGPT=2E=2E=2E?= Date: Sat, 28 Jun 2025 13:14:56 +0200 Lines: 66 Message-ID: References: <102hpa3$3j0bk$1@dont-email.me> <102i1sh$1bmvf$1@news1.tnib.de> <102i279$3lk12$1@dont-email.me> Mime-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit X-Trace: individual.net hL7YdSkqx9MTzzyxmbDE0A4hb6LjMQElqPO5ZK7sG98JDQyRrD Cancel-Lock: sha1:jGqWECSg/ovWMk9uw0NmMYKzPSA= sha256:8pPO1BfAeXeLW4KAg4smlVk/3bjl1VKqk2aw4oqPap8= Content-Language: en-US, de-DE In-Reply-To: Xref: csiph.com de.alt.folklore.computer:50938 Andreas M. Kirchwitz, 2025-06-28 01:04: > Peter J. Holzer wrote: > >> On 2025-06-15 02:21, Andreas M. Kirchwitz wrote: >>> gleichzeitig lassen wir heute Code fast nur noch von KIs erzeugen, >> >> Das bezweifle ich. Hast Du dafür Zahlen (die nicht von der Marketing- >> Abteilung eines AI-Anbieters stammen)? > > Berufliche Praxis. Was heute nachwächst in der Branche, verwendet > wesentlich ChatGPT & Co. Ich sehe es mit eigenen Augen im Alltag > an vielen Fronten. > > Ist das für sich allein schlecht? Statt den Code von Hand selbst > zu schreiben, muss man nun der KI Schritt für Schritt erklären, > was man haben möchte und wo Verfeinerungen notwendig sind. > Spart das am Ende überhaupt Zeit? Müsste man mal analysieren. Das Hauptproblem ist, dass Leute so verlernen, wie Code aufgebaut wird. Die Korrektheit des generierten Codes können Menschen aktuell nur dann beurteilen, wenn sie geübt darin sind, den Code selber zu erstellen. Spätestens, wenn diese Übung fehlt, werden wir erleben, wie wir zunehmend Fehler in KI-generiertem Code beseitigen müssen. > Die Ergebnisse sind durchaus gut, teilweise sogar sehr gut. > Bekannte Fehler werden oft von Anfang an vermieden. Dafür werden weniger bekannte Fehler eingebaut, die leicht übersehen werden. > Ich sehe das noch gar nicht als so großes Problem an. Heutzutage > programmieren die jungen Leute eben anders. Das Problem sehe ich Ja - und leider oft sehr unsauber und ohne genau nachzudenken, was als Ergebnis erreicht werden soll. Ich spreche da leider auch aus der beruflichen Praxis - es wurde in den letzten 30 Jahren nicht besser. Erst haben Frameworks dazu geführt, dass Leute ohne nachzudenken, tonnenweise fertigen Code eingebunden haben, den sie nicht kennen und auch selten wirklich verstehen und mit KI wird's halt jetzt nicht besser. > eher darin, dass niemand mehr so genau weiß, was der Code tut, > und wenn KIs eben doch irgendwann mal etwas schlauer werden, > können sie kinderleicht überall Hintertüren reinschmuggeln. Ja - siehe oben. [...] > Ist das Szenario völlig neu? Nein, über die Compiler hat man > damals auch schon gesagt, dass sie böse wären, weil man im > Gegensatz zu Assembler gar nicht mehr wisse, was da für Code > generiert würde. Und manchmal war der Code tatsächlich echt > großer Mist. Ist die Welt untergegangen? Nein. :-) Allerdings > steckte zumindest noch keine KI dahinter, die unvorhersehbare > Strategien verfolgt... Compiler erzeugen aber immer den selben Code auf Basis definierter Anweisungen im Quelltext und wenn dabei ein Fehler auftritt, kann man einen Bugreport schreiben und den Fehler beseitigen. Die Ergebnisse einer KI sind dagegen keineswegs eindeutig reproduzierbar. -- Arno Welzel https://arnowelzel.de